Lippische Landeszeitung : Zwei Schulen statt Verbund
Freitag, 27. November 2009
Ratsmehrheit aus SPD, BfL und FDP
will Ratsbeschluss kippen
Von Thomas Reineke.
Überraschung gestern Abend
im Schulausschuss: Mittels
einer Tischvorlage haben SPD,
BfL (Bürger für Lemgo) und
FDP den Antrag gestellt, den
Grundschulverbund Ostschule/
Brake wieder aufzulösen.
Lemgo. Abgestimmt wurde darüber
gestern allerdings noch
nicht. Die Fraktionen wollen
über den Antrag in den nächsten
Tagen beraten. Ferner will
die Verwaltung eine Stellungnahme
der Bezirksregierung
einholen. Diese hat den Verbund
bereits genehmigt. Möglicherweise
fällt eine Entscheidung
über den Antrag in der
Sitzung des Rates am 14. Dezember.
SPD, BfL und FDP verfügen
in der Bürgervertretung
zusammen über eine Mehrheit.
BfL-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sieweke führte aus, dass die beiden Grundschulen künft ig wieder selbstständig und jeweils zweizügig geführt werden sollen. Wie mehrfach berichtet, war geplant, nach den kommenden Sommerferien in Brake nur noch eine erste Klasse und in der Ostschule drei erste Klassen einzurichten. Dagegen regte sich in Brake heft iger Widerstand. Die neu gegründete Bürger initiative „Grundschule Brake“ fordert zwingend eine Zweizügigkeit im größten Lemgoer Ortsteil. Dieser Argumentation schloss sich auch FDP-Sprecher Oliver Plaß im Ausschuss an. Die 6000 Braker hätten ein Anrecht auf einen eigene, selbstständige Grundschule. Sieweke sagte, dass auch die aktuellen Anmeldezahlen eine Zweizügigkeit zuließen, da der Mindestwert von 18 Schülern pro Klasse nicht unterschritten werde. Außerdem habe es für den Beschluss des alten Rates, den Verbund einzurichten, nie eine echte Notwendigkeit gegeben. Nach dem Schulgesetz sollen Verbünde nur errichtet werden, wenn eine beteiligte Schule weniger als zwei Parallelklassen pro Jahrgang aufweise. Das sei bis heute weder in Brake noch an der Ostschule der Fall.