Leserbriefe

Leserbrief: Lemgoer Finanzen

Jetzt endlich ist es soweit. Nicht, dass wer drauf gewartet hätte, aber man hat es kommen
sehen. Einige haben sich schon früher hingestellt und es laut herausgerufen, aber hören wollte es da noch Niemand.
Aber jetzt, da es ans Eingemachte geht, da sind dann doch Alle wach geworden.
Lemgo muss sparen. Nicht nur ein wenig, sondern richtig heftig sparen.
Das wird an Niemandem vorübergehen, soviel kann schon jetzt festgestellt werden. Egal ob es die Ortsteilfreibäder sind, oder auch Zuschüsse für Sportvereine, vielleicht auch Bauvorhaben wie Straßen oder ähnliches, es gibt eine lange Liste, in der fortzuführen wäre, was alles von den Sparmaßnahmen betroffen sein wird.

Und jeder der dieses dann liest sagt, sparen ist gut, aber bitte, nicht das, was mich betrifft. Macht das Eau-Le zu, aber rettet Kirchheides Freibad. Lasst den Kirchplatz doch wie er jetzt
ist, aber gebt dem Jugendzentrum weiterhin alle Gelder. Grundschule Brake gegen Ost-schule, Kindergartenbeiträge gegen Energiezuschüsse für Hallensportler?
Und so könnte ich das weiterführen.
So geht das aber nicht! In Zeiten knapper Kassen vergleiche ich mal die öffentliche Kasse mit der persönlichen Geldbörse eines jeden Einzelnen.
Wir erhalten plötzlich von unserem Chef nur noch 75% unseres Geldes und müssen sparen.
Wo sparen wir denn zuerst? Es gibt keine Urlaubsreise mehr, wir gehen nicht mehr Essen,
wir streichen das, was wir in der Freizeit zu unserem Vergnügen tun, woran wir Spaß haben,
also was wir freiwillig ausgeben.
Genauso wird es die Stadt Lemgo handhaben müssen, um zu überleben. Alle Leistungen, die freiwillig erbracht werden, sind zu prüfen und gegebenenfalls zu kürzen oder zu streichen. Das die eine Streichung dem Einen und die andere Streichung dem Anderen missfällt, dürfte jedem klar sein, denn das heisst, dass jeder Einwohner mehr von seinem
eigenen Geld ausgeben muss, sollten bestimmte Zuschüsse gestrichen werden.

Wenn jetzt noch jemand da steht und meint, ach, das kriegen wir schon so wieder hin, der
täuscht sich gewaltig. Allein die Zinsen , die die Stadt Lemgo für aufgenommene Gelder im
nächsten Jahr bezahlen muss, gehen in mehrfache Millionenhöhe. Und das variiert noch mit
der jeweiligen Höhe der Zinsen.

Leider waren von den gut 40.000 Lemgoer Einwohnern lediglich 22 bei der Einwohner-versammlung, um sich vom Fachpersonal die Zahlen nennen zu lassen. Den Anderen
scheint es völlig egal zu sein, wie es weitergeht. Sich aber jetzt hinstellen und lamentieren, dürfte dann auch der falsche Weg sein.

Schaffen es die Lemgoer Bürger mit Verzicht und großer Anstrengung diese Talsohle zu durchqueren?

Dirk Wilmsmeier
Hengstheide 1
32657 Lemgo