Leserbriefe

Leserbrief: Wallquerung

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Die Wallquerung, fünf Unfälle sind genug

In der vorletzten Woche ist es wieder zu einem Verkehrsunfall an der berüchtigten Wallquerung gekommen. Als verschämte Zeitungsmeldung ohne das Wort "Wallfahrt" zu benutzen, wäre doch ein schöner Aufmacher gewesen. Ist dieser, nach meiner Zählung der Fünfte (!!!) Unfall in gut einem Jahr, nur noch einer Randbemerkung würdig?
Wieder hat ein „böser“ Autofahrer einem unschuldigen Radfahrer die "Vorfahrt" (?) genommen. Wobei sich jeder Leser selbst seine Gedanken über Schuld und Unschuld der jeweiligen Verkehrsteilnehmer machen sollte. Nur soviel: wenn ich als Radfahrer langsam an die Straße heranfahre und nicht in jedem Fall auf meiner "Vorfahrt" bestehe, sondern auch dem Autofahrer einen Fehler zugestehe, werde ich auch nicht „umgefahren“. In o.a. Fall hat der Radfahrer lt. Zeugenaussage mehrfach betont: ".. ich hatte doch Vorfahrt!"

Im Übrigen, wie kann sich der Radfahrer auf der "Wallfahrt" seiner Vorfahrt so sicher sein ? Ich habe bis jetzt noch kein entsprechendes Vorfahrtsschild gesehen. (Hier gibt es sicher einen Ansatzpunkt zur Klage gegen die Stadt, im Falle eines Unfalles.)
Leider hat sich in Lemgo eine vermeintliche Vorfahrt für Fahrradfahrer auf oder neben Zebrastreifen eingebürgert. Diese Annahme ist ein Trugschluss. Lt. Gerichtsurteilen gibt es auf Zebrastreifen keine Vorfahrt für Radfahrer.
Über die Gründe des Scheiterns der Wallquerung könnte man lange diskutieren, Fakt ist aber, sie ist gescheitert!! In den drei Jahren vor dem Einbau der Wallquerung ereignete sich kein Unfall, in dem Jahr danach waren es fünf. Wem erschließt sich hier kein kausaler Zusammenhang?! Die Verantwortlichen, in erster Linie der Bürgermeister und die Verwaltung, aber auch die im Rat vertretenden Parteien, müssen handeln!
Letzter Stand: "Die Verwaltung wurde beauftragt, eine kostengünstige Lösung des Problems zu finden. Was bedeutet kostengünstig? Soll jetzt entschieden werden, wie viel ein Menschen- leben wert ist ? 10.000 Euro Kosten geht noch, aber bei 30 000 Euro nicht mehr? Das darf doch wohl nicht wahr sein!! Egal wie viel es kostet, diese Art von Verkehrsführung muss weg und zwar so schnell wie möglich, bevor ein Mensch zu Tode kommt. Und für die Radfahrer gibt es eine fast absolut sichere Möglichkeit: Nicht auf seiner "vermeintlichen" Vorfahrt zu bestehen.

Ulrich Schraer
Entruper Weg 169
32657 Lemgo