"Die reichen Lemgoer oder wie aus Verlierern Gewinner werden wollen"

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich! Was ist geschehen? Da haben es die verantwortlichen Parteien in Lemgo zusammen mit dem Bürgermeister geschafft, innerhalb von 6 Jahren die Schulden in Lemgo von ca. 35 Mio. EUR auf über 100 Mio. EUR zu erhöhen. Eine stramme Leistung, die von hoher Verantwortlichkeit für Lemgo, die Bürger von Lemgo und insbesondere für die nächsten Generationen geprägt ist.
Über 100 Mio. EUR Schulden, aber die Rettung naht, wie uns die Verwaltungsspitze mitteilt (siehe LZ-Bericht vom 11.08.07). Nach der Umstellung der Buchführungssystematik stellen Bürgermeister und Beigeordneter (beide CDU) fest, dass diesem horrenden Schuldenberg 350 Mio. EUR Vermögen gegenüber stehen, was einer Eigenkapitalquote von 70% entspräche. Wer hat das schon, wird dann auch noch süffisant gefragt? Und: Die Stadt sei gesünder, als bisher angenommen und die Gesamtsituation sei besser, als viele vermuten, wird der Bürgermeister zitiert.

Kaufmännische Buchführung heißt das Zauberwort. Doch diese ist keine geniale Errungenschaft von Bürgermeister Austermann oder vom Beigeordneten Tolkemitt – nein, Lemgo ist eine der letzten Kommunen, die auf dieses Buchführungsinstrument umstellt.
Grundsätzlich ist es sicher positiv zu bewerten, dass auch die Stadtverwaltung nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen arbeiten will, um auf dieser Grundlage in vielfältiger Hinsicht Entscheidungen sachgerechter treffen zu können.

Nur für wie dumm wollen die Verantwortlichen der Stadt die Lemgoer Bürger eigentlich verkaufen? Wollen sie uns sagen, dass es den Bürgern und künftigen Generationen durch diese Sandkasten-Rechenspiele gut geht, dass sie sich keine Sorgen um die Zukunft und die Handlungsfähigkeit der Stadt Lemgo machen müssen? Wenn das so ist, haben wir einen Vorschlag: Bevor auch noch die angeblich als Haben zur Verfügung stehenden 250 Mio. EUR verschleudert werden, verteilt diese Summe doch direkt an die Lemgoer Bürger. Jeder würde sich freuen, wenn dieser Betrag anteilmäßig auf seinem Konto ankommt. Da eine kaufmännische Buchführung im Wesentlichen auf das Ziel Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, wird dies zwangsläufig zu Gebührenerhöhungen führen und vielleicht können diese so beglichen werden.

Aber zurück zur grausamen Wahrheit: Trotz aller Darstellungstricks und Selbstbeweihräucherung hat die Stadt Lemgo weiterhin über 100 Mio. EUR Schulden und steht weiter in der Haushaltssicherung. Verantwortlich dafür sind insbesondere die CDU sowie der kleine Koalitionspartner, die GRÜNEN. Das wissen die Lemgoer und sie wissen auch: Nur durch Darstellungstricks werden aus Verlierern keine Gewinner.

Für die                                                                                                     

Wählergemeinschaft „Bürger für Lemgo“ 

Wolfgang Sieweke