Leserbriefe

Leserbrief: Bürger zahlt Zeche

Zum Leserbrief „Folge des Föderalismus“, LZ vom 9. Apri - Dichtheitsprüfung in NRW

Ich teile die Ansicht von H. Winkler nicht, dass die Bürger in NRW gegenüber denen von Niedersachsen, eben durch die Fahrlässigkeit der Landesregierung Niedersachen, benach- teiligt werden dürfen und müssen.
Vor ca. 15 Jahren wurde seinerzeit in NRW ein Gesetz in Kraft gesetzt, dessen Ausmaß an Kosten und Aufwand der damaligen Rot/Grünen Regierung in keiner Weise deutlich und klar war. Jetzt endlich zeigt sich, was da wirklich entschieden wurde und welche Aufgaben und Lasten auf den Bürger zukommen.
Es geht ja gar nicht darum, eine Prüfung gänzlich abzulehnen. Es geht doch eher darum, die Prüfung und vor allem das nachfolgende Prozedere bürgerfreundlich und kostenneutral zu gestalten. Eine Dichtheitsprüfung mit einem gewissen Druck auf den Kanälen birgt eben die Gefahr, mehr zu zerstören, als notwendig wäre. Die Folgekosten stehen doch in keinem Verhältnis zu der vorherigen Situation.
Wieviel Grundwasser darf von außen in die privaten Kanäle eindringen? Was für Folgen entstehen denn überhaupt daraus? Kann Grundwasser in Abwasserkanälen und später in der Kläranlage überhaupt zu Schäden führen? Und wie viel Schmutzwasser darf von innen in das Grundwasser dringen? Wenn ich mir die Landwirte und die riesigen Güllefässer anschaue hat sich diese Frage eigentlich bereits erledigt. Da muss schon einiges an Flüssig- keit nach außen dringen, um diese Konzentrationen zu verursachen.
Ich unterstelle H. Winkler hier mit seinen Leserbriefen pro Dichtheitsprüfung ein wirtschaftliches Interesse. Hier wird landesweit ein Konjunkturpaket für alle Leitungsprüfer, -reiniger und -sanierer in Gang gesetzt und die unnötig hohe Zeche zahlt z.B. der NRW-Bürger, egal ob Hausbesitzer oder Mieter, denn die Kosten werden doch umgelegt.
Gesetze werden erlassen, können aber auch geändert werden. Zum Vorteil der Bürger und zum Wohle der Allgemeinheit. Vor einigen Wochen noch sind die Laufzeiten der AKW verlängert worden, nun, wie hat sich z.B. diese Situation in kürzester Zeit geändert.? Politik steht auch für Veränderungen und was vor 15 Jahren als gut befunden wurde, muss nicht die nächsten 20 Jahre immer noch richtig sein!

Dirk Wilmsmeier
Hengstheide 1
32657 Lemgo