Leserbriefe

Leserbrief "I have a dream"

Zur Beigeordneten-Diskussion in Lemgo 

Heute Morgen bin ich nach einem wunderschönen Traum aufgewacht. Ich lebte in einer Stadt, die keine Schulden hat, in der ausreichend Kindergartenplätze kostenlos zur Verfügung gestellt werden und die Sportvereine, die Kinder und Jugendliche zum Sport bringen, für jeden Jugendlichen einen ansehnlichen Betrag von der Stadt erhalten, weil dadurch diese Stadt von Folgekosten entlastet wird. Traumhaft.
Darin aber das traurige Erwachen und die Realität: Die Stadt heißt Lemgo. Diese Stadt unterliegt aufgrund der hohen Verschuldung, für die alle Parteien und deren Ratsmitglieder gesorgt haben, der Haushaltssicherung. Die Eltern haben für ihre Kinder, soweit sie über- haupt einen Kindergartenplatz erhalten, viel Geld zu zahlen.
Selbstverständlich erhalten auch die Sportvereine keinen Zuschuss von der Stadt.
Das ist bitter. Viel bitterer ist aber, das die Stadt jetzt das Geld für zwei neue Beigeordnete „aus dein Rathausfenster" werfen will. Wohlgemerkt zwei Beigeordnete, nachdem sich diese Stadt vor zwei Jahren von zwei Beigeordneten getrennt hat. Dadurch, dass die Verwaltung so lange ohne diese Stellen handlungsfähig war, kann unterstellt werden, dass diese „eine Lücke hinterließen, die sich von selbst schloss".
Aus reinem Machtdenken erhöhen die Ratsmitglieder deshalb die Verwaltungsausgaben. Die Zeche zahlen die Bürger. Meines Erachtens sollten die Lemgoer überlegen, ob sie nicht eine Bürgerbewegung gründen. Unabhängig von irgendwelchen politischen Parteien. jür Lemgo — nicht gegen Lemgo" wäre das Motto. Vielleicht kommen die Ratsmitglieder aber doch noch zur Vernunft und schaffen es, unabhängig von politischen Sandkastenränkespielen einen fähigen Kämmerer aus eigenen Reihen der Verwaltung zu wählen. Bis dahin träume ich meinen schönen Traum weiter und hoffe für Lemgo, dass es kein Alptraum wird.


BERND VON NORDHEIM
WIEMBECKER STRAI3E 3
LEMGO