Zweierlei Maß bei der Kundenbetreuung?

Zum  Bericht: „Volksbank schließt drei Geschäftsstellen“ LZ vom 03.August 2016

 

Das Schließen der Filialen der Geldinstitute in OWL geht unvermindert weiter. Irgendwann wird es dazu kommen, dass es nur noch in den Zentren Beratungsbüros gibt. Bei den Schließungen wird aber wohl mit zweierlei Maß gemessen. Die Verant­wortlichen in Südlippe haben den Kunden nicht ganz aus den Augen verloren. Damit der Kunde wenigstens weiter am Geldautomaten sein Geld abheben kann, sind die Volksbank Ostlippe und die Sparkasse Paderborn/Detmold eine Kooperation einge­gangen. Diese Serviceleistung wurde den Kunden der Sparkasse Lemgo im Frühjahr 2016 verwehrt, als die Filiale Kirchheide geschlossen wurde. Im Antwortschreiben des Vorstandes hieß es einfach und schlicht: Der gemeinsame Betrieb eines Geld­automaten mit der Volksbank Bad Salzuflen ist derzeit leider nicht möglich. Auf nochmalige Nachfrage bekam ich folgende schriftliche Antwort: Nach Auffassung des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe sind Geldautomatenkooperationen, z.B. zwischen einer Volksbank und einer Sparkasse, angesichts der Marktstärke der Kreditinstitute und möglicher wettbewerblicher Auswirkung (marktbeherrschende Position) als kritisch zu sehen.

Heute frage ich mich, war dies beim Vorstand und Verwaltungsrat der Sparkasse Lemgo nur ein Vorwand oder Gleichgültigkeit dem Kunden gegenüber. Die Geld­institute im lippischen Südosten haben sich auf jeden Fall für den Kunden ent­schieden, indem sie die Serviceleistung nicht gleich ganz auf null herunter gefahren haben.

Karl Horst Puchert, Lemgo