Die Bürger vor allem in Entrup, Matorf und Lüerdissen werden jetzt bestimmt unruhig werden. Die Stadt Lemgo hat still und heimlich zehn Prozent unseres Waldes verkauft. Es sind die Waldflächen „Bredaer Bruch“ und „Lattberg“. Die Gesamtfläche mit 127 Hektar ist größer als 120 Fußballfelder.
Sicher die Entscheidung im Rat der alten Hansestadt war, rechtlich gesehen, legitim. Aber ich bitte sie, die noch verantwortlichen Politiker, wo bleibt hier die Öffentlichkeit? Haben die Bürger dieser Stadt nicht ein Recht, im Vorfeld von Verkaufsabsichten dieses Ausmaßes informiert zu werden?

Die Öffentlichkeit soll am Rande der letzten Ratssitzung dieser Legislaturperiode informiert werden. Die Informationen erfolgten in der Vergangenheit meist kurz und knapp, halt laufendes Geschäft. Nachfragen von Ratsmitgliedern erfolgten selten. So soll wohl auch diese Aktion heimlich, still und leise über die Bühne gehen. Als Bürger dieser noch lebenswerten Stadt habe ich aber eine andere Vorstellung von Politik und Bürgernähe.
Haben die noch Verantwortlichen einmal darüber nachgedacht, wie zukünftig die Lunge unserer Stadt, der Wald, bewirtschaftet wird? Bisher wurde der städtische Wald mit Sachverstand und Augenmaß gepflegt. Ich befürchte, der neue Waldbesitzer wird zukünftig anders handeln. Beispiele aus der Vergangenheit im Kreisgebiet gibt es genügend. Eine weitere Frage stellt sich: weniger Wald im städtischen Besitz, zieht dies nicht automatisch, wohl aber zeitversetzt, einen Stellenabbau in Lemgo nach sich?

Karl Horst Puchert, Hinter dem Borke 16, 32657 Lemgo